Immobilienkauf auf Mallorca
Der Immobilienkauf auf Mallorca kann ein komplexer Prozess sein, besonders für internationale Käufer. In Spanien gibt es kein zentrales Immobilienportal wie das MLS in anderen Ländern, und der Maklerberuf ist nicht einheitlich reguliert. Professionelle Beratung ist deshalb entscheidend für einen sicheren Kauf.
Mit einem erfahrenen Makler vor Ort erhalten Sie Zugang zu einem breiten Angebot in Gegenden wie Palma, Calvià, Andratx oder Alcúdia und werden während des gesamten Prozesses begleitet, von der Suche bis zur Unterzeichnung der notariellen Urkunde.
1. Das Kaufangebot
Sobald Sie sich für eine Immobilie entschieden haben, reichen Sie zunächst ein schriftliches Angebot ein, in der Regel über den Makler.
Häufig wird das Angebot mit einer kleinen Reservierungsanzahlung als Zeichen des Interesses verbunden; die Höhe wird im Einzelfall vereinbart. Nimmt der Verkäufer an, wird ein privater Anzahlungsvertrag (contrato de arras) unterzeichnet, bei dem der Käufer üblicherweise rund 10 % des Kaufpreises zahlt.
Die notarielle Beurkundung erfolgt meist 30 bis 45 Tage später, der genaue Zeitraum hängt aber von den Vereinbarungen der Parteien ab.
Empfehlungen:
- Machen Sie ein realistisches Angebot auf Basis des Marktwerts
- Legen Sie klar fest, was im Kauf enthalten ist (Möbel, Ausstattung usw.)
- Beauftragen Sie einen Anwalt mit der Prüfung aller Unterlagen
2. Der Kaufprozess
Der übliche Ablauf umfasst:
- Reservierung der Immobilie (erste Anzahlung)
- Unterzeichnung des privaten Anzahlungsvertrags (rund 10 %)
- Unterzeichnung der Kaufurkunde vor dem Notar
- Eintragung der Immobilie auf Ihren Namen im Grundbuch
- NIE (Identifikationsnummer für Ausländer), für alle ausländischen Käufer in Spanien Pflicht
Aufenthalt
Für den Kauf einer Immobilie ist kein Wohnsitz in Spanien nötig. Wer allerdings mehr als 183 Tage im Jahr in Spanien verbringt, wird in der Regel steuerlich ansässig, und Nicht-EU-Bürger brauchen ein Visum oder eine Aufenthaltserlaubnis, um länger als 90 Tage innerhalb von 180 Tagen zu bleiben.
3. Kaufnebenkosten und Steuern
Insgesamt liegen die Nebenkosten meist ungefähr zwischen 10 % und 14 % des Kaufpreises, je nach Wert der Immobilie und danach, ob es sich um einen Neubau oder eine Bestandsimmobilie handelt.
Neubau:
- Mehrwertsteuer (IVA): 10 %
- Stempelsteuer (AJD): auf den Balearen in der Regel 1,5 %
Bestandsimmobilie:
- Grunderwerbsteuer (ITP): progressiver Stufentarif von 8 % bis 13 % je nach Wert, mit ermäßigten Sätzen für bestimmte Käufer einer Hauptwohnung
Weitere Kosten:
- Notar und Grundbuch: als Richtwert rund 0,5 %
- Anwalt: üblicherweise rund 1 %
4. Jährliche Steuern und Kosten
- IBI (Grundsteuer): abhängig vom Katasterwert und der Gemeinde
- Gemeinschaftskosten: für den Unterhalt der Gemeinschaftsflächen in Wohnanlagen und Gebäuden
- Müllgebühr: verpflichtende kommunale Abgabe
5. Steuern für Nichtresidenten
Nicht in Spanien ansässige Eigentümer zahlen die Einkommensteuer für Nichtresidenten (IRNR):
Ohne Vermietung: besteuert wird ein fiktives Einkommen (zwischen 1,1 % und 2 % des Katasterwerts)
- Steuersatz: 19 % (Ansässige in der EU/im EWR), 24 % (übrige)
Mit Vermietung:
- EU/EWR: 19 % auf die Nettoeinkünfte
- Übrige: 24 % auf die Bruttoeinnahmen
Fazit
Mallorca gehört zu den attraktivsten Orten im Mittelmeerraum für ein eigenes Zuhause, doch ein guter Kauf will vorbereitet sein. Die Zusammenarbeit mit Profis, einem Makler und einem Anwalt, ist der beste Weg zu einem sicheren, transparenten Ablauf ohne Überraschungen. Die Zahlen in diesem Ratgeber sind Richtwerte; lassen Sie Ihren Fall von einem Steuerberater prüfen.